Kürzlich, im Auto auf dem Weg zum Schwimmkurs… seit einigen Wochen traditionell der Ort harter Musikkritik und der Ort für gnadenloses Ringen um gute oder schlechte Musik. Im Radio läuft „Stan“ von Eminem und während mir die Frage durch den Kopf geht, wo um alles in der Welt eigentlich Dido steckt und dass das andererseits aber auch irgendwie egal ist, erkläre ich meinem Sohn, dass er gerade einen Song aus dem Bereich HipHop hört. Weiterlesen „„Papa, ist das jetzt Pop Hip?““
Hörspaß mit Urlaub in Polen
Hayseed Dixie – Killer Grass
VÖ: 05.02.2010
Label/Vertrieb: Cooking Vinyl/Indigo Weiterlesen „Hayseed Dixie – Killer Grass“
Kasse4 zum Thema iPad

Nach dem Motto „Es ist alles gesagt, aber noch nicht von mir“ will sich natürlich auch die Kasse4 zum Thema iPad und Apple und so äußern. Ehrensache, aber eins mache ich anders: ich langweile Euch nicht mit Jubelschreien oder halbgarem, sondern verweise auf den besten Beitrag zu dem Thema, den ich bislang gelesen habe.
F.A.Z., gestern – Seite 31: „Das iPad ist nur eine Fernbedienung“. Geschrieben von Weiterlesen „Kasse4 zum Thema iPad“
Guns ‚N Roses lassen warten
Eigentlich nichts Neues, aber dennoch eine putzige News: Mitte Dezember ließen Axl und Co ihre Fans in Südkorea zweieinhalb Stunden auf den Beginn der Show warten. Hm, kann man machen, wenn es nicht anders geht, aber Axls Kommentar auf der Bühne: „Gebt doch zu, ihr habt nicht mehr damit gerechnet, dass ich komme!“ ist an Nonchalance kaum mehr zu toppen. Jetzt muss der Gute nur noch relevante Musik machen, dann darf er das auch. m.
ABBA in der Rock And Roll Hall Of Fame

Aha, ABBA wird demnächst die Ehre zuteil, in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen zu werden. Genauergesagt am 15. März, die Party steigt im New Yorker Hotel Waldorf Astoria. Wen’s interessiert – in die Rock And Roll Hall Of Fame darf man erst 25 Jahre nach der Veröffentlichung seines ersten Tonträgers. Wer indes seit Jahren auf die Introduction wartet, sind beispielsweise KISS, Neil Diamond, Rush und Chubby Checker. Dafür kommen neben ABBA dieses Jahr auch Genesis, Jimmy Cliff, The Hollies und The Stooges mit rein. Nicht ärgern, Gene Simmons, Deine Zeit auch noch wird kommen! m.
Dave Matthews Band tourt und tourt und tourt zum Rekord

Ich mag die Dave Matthews Band und außer mir gibt es weltweit offenbar auch noch viele, viele andere Fans. Fans, die die Band unbedingt live erleben wollen. Und Matthews hört auf seine Fans, Nachfrage und Angebot müssen ja auch bei diesem Thema immer zusammenpassen, damit beide Seiten glücklich werden. Die Liebe zu Liveshows und nahezu ununterbrochenem Touren hat die Dave Matthews Band nun auf Platz eins der Künstler gebracht, die in den vergangenen zehn Jahren die meisten Tickets verkauft haben – im Falle der DMB waren das sage und schreibe 11,6 Millionen Stück. Auf Platz zwei kommt Celine (The Lion) Dion mit vier Millionen Tickets und auf Drei Kenny Chesney, der vor allem in Amerika ganz groß ist (8,6 Millionen Tickets, aber weniger Umsatz als Frau Dion). Herausgefunden hat diesen überraschenden Fakt das Magazin „Pollstar“. Und die Stones? Auf Platz fünf! U2? Auf sechs! m. (Zur Pollstar-News: http://www.pollstar.com/blogs/news/archive/2009/12/18/702459.aspx)
Die heutige Playlist:
Jondo – Pure (VÖ: 27.02.2009). Hammer! Storytelling, Laid-Back-Singer/Songwritertum, easy, catchy, wundervoll. Großartige Scheibe des Deutsch-Südkoraners, der zwischen Folk, Pop und Reggae seinen Platz gefunden hat. Noch ein Newcomer, aber wenn das so weiter geht? Freunden von Patrice und Jack Johnson kann man das blind empfehlen oder als Geschenk mitbringen. Rettete meinen Tag, diese Platte!
DJ T. – The Inner Jukebox (VÖ: 26.06.2009). Dance-Album von Get Physical-Mitbegründer Thomas Koch. Nicht mein Ding, fiep-fiep-bieeep-beeep-klapper-beeep und so. Wer’s mag!
CD-Regal schlägt Elbphilharmonie: Wir sind fertig!
Wie am 20. Januar erzählt, beschäftigt sich Hamburg zwar mit der Frage, ob die Elbphilharmonie nun 2012, 2013 oder 2014 oder gar nicht fertig wird (art-in-progress sozusagen), ich aber damit, wann meine CD-Regale endlich Buchstaben-Trenntafeln bekommen (siehe auch: „Endlich Ordnung im CD-Regal!“). Ohne Hochtief beauftragt zu haben, melde ich heute Schlüsselübergabe – zwei Fotokartons (50×70 cm), Lineal, Schere und Edding haben ausgereicht. Und für alle, die auch mit „Benno“ arbeiten: 15,2 cm Tiefe und 12 cm Höhe bringen das gewünschte Ergebnis. Nachdem ein Fotokarton-Bogen eine Fläche von 350 Quadratcentimetern hat und eine Buchstabenpappe rund 18, passen auf einen Karton 19 Pappen (oder so). Übrigens: Bei nachvollziehbareren 15 cm Tiefe schließen die Tafeln nicht mit der Regalkante ab :). Bastelanleitung </off>. m.
Die heutige Playlist
Madleine Peyroux – Bare Bones (VÖ: 06.03.2009). Was für eine Stimme! Was für ein tolles Album! „River Of Tears“ ist ein Album von einem Song, beseelter Jazzpop der Extraklasse. Wirkt nach, sehr lange. m.
Sind wir mit Musik übersättigt?
Die Frage ist spannend und stellt sich nicht nur mir des öfteren: Was bewirken MP3-Player-Flut, Dauerberieselung durch Radio (die TV-Sender sind ja weggefallen mittlerweile) und die zunehmende Kommerzialisierung beziehungsweise Instrumentalisierung der Musik (durch Markenartikler etc.)? Werden wir musikmüde?
Edo Reents, einst bei „SZ“, später bei der „FAZ“ für Popmusik verantwortlich und mittlerweile in der Literaturedaktion letzterer beheimatet, hat am Wochenende in der „F.A.S.“ einen spannenden Leitkommentar veröffentlicht (Link siehe unten), Unter dem Titel „Besinnungslos musikalisch“ wird Reents deutlich: „Die Übersättigung mit Musik verursacht irgendwann, wenn die Nerven überreizt sind, Abstumpfung, Geringschätzung oder Widerwillen, gar Ekel. Am Ende bleibt nur ein Gefühl der Leere – Reaktionen, die ursprünglich der Popmusik von denen entgegengebracht wurden, die sie nicht mochten und lieber Klassik, Jazz oder Volksmusik hörten“. Oder, an anderer Stelle: „Musik ist gewöhnlich geworden“.
Was ist davon zu halten? Nun, ich selbst kenne diese Übersättigung an Musik nur in Zusammenhang mit schlechter Musik, wenn ich beispielsweise nach dem Durchhören von zehn Promo-CDs das Gefühl habe, dringend meine Nerven zu beruhigen und meine Ohren desinifizieren zu müssen. Oder wenn im Radio nur Müll läuft, und zwar auf 20 Stationen. Aber sonst? Ich vertrete eher den Standpunkt, dass Musik heute nicht mehr in dem Maße wie früher identitätsstiftend ist, sondern allgemein in der Wertschätzung der Leute an Boden verloren hat. Es ist einfach nicht mehr wichtig, wie die neue Platte von Grönemeyer oder Tocotronic klingt für die Leute da draußen. Für die Elfenbeinturmler meiner Zunft ja, aber da draußen? Was bedeutet es, wenn Universal mit Riesenstolz verkündet, dass Rosenstolz eine Million Alben verkauft hat? Nicht mehr als dass rund 79 Millionen andere Deutsche KEIN Album von Rosenstolz haben und dass unter 100 Leuten auf der Straße knapp zwei die CD haben. Doch dazu später noch mehr, ist hier nur sehr verkürzt dargestellt. Insofern: Einverstanden, Herr Reents.
Womit ich dagegen nicht klarkomme, ist die Argumentation, dass zum einen Hardware wie das iPhone durch seine pure Existenz als Abspielmöglichkeit für Musik der Entwertung der Musik Vorschub leistet. Dies ist meinen Augen so logisch als wenn ein Veröffentlichungsverbot für alle Nicht-Vinyl-Tonträger eine Ära der kritischen und genußvollen Auseinandersetzung mit Musik einläuten würde. Die Hardware wird von Menschen bedient, meine ich. Von Dummen, Schlauen, Genießern und Schweinen. Diese und wie sie die Hardware verändern, ist entscheidend – aber nicht die pure Existenz einer Abspielmöglichkeit wie dem iPhone.
Des weiteren macht der Kommentator Downloadstores als Initatoren einer Empfehlungsdiktatur aus: Die alte Musikindsutrie habe noch Distanz und Distinktion ermöglicht (in meinen Augen gibt es keine zehn Chefs von Plattenfirmen in Deutschland, die letzteres Fremdwort kennen und ersteres praktizieren). Die neue führe dagegen zur Gängelung, da jeder „Knopfdruck am Computer oder iPhone (da isses wieder, das böse iPhone! Anm. ms) Empfehlungen nach sich zieht, die an die Stelle der Musikkritik und des Gesprächs im Plattenladen treten“. Sorry, Herr Reents, aber das klingt mir zu sehr nach der Leier des früher-war-alles-besser. Böses Internet und so, macht die Leute dumm und einsam. Im Fazit aber ein klasse Kommentar, der zur richtigen Zeit kommt! m.
Zum Leitkommentar in der F.A.S. vom 24.01.10: „Besinnungslos musikalisch“
Playlist von heute:
Var. Artists – Final Song #1 (VÖ: 06.02.2009). Wer wissen will. welche Musik DJ Hell, Laurent Garnier oder David Holmes mal hören wollen, wenn sie unter der Erde und vor dem Sarg hoffentlich ein paar Leute stehen werden, braucht diese CD. Allen anderen verrate ich hiermit: So spannend ist das nicht, was die hören wollen. Nette morbide Idee, aber kein Must-Have.
Nat King Cole – Re: Generations (VÖ: 06.03.2009) Zu Ehren des Meisters nahmen sich tolle Leute wie Cee-Loo (Gnarls Barkley), Will.I.Am (Black Eyed Peas) und TV On The Radio seinen Songs an und remixten, bearbeiteten und interpretierten, was das Zeug hält. Sehr geile Idee, sehr hörenswert!
Gruselig: Die Websites von Vic Chesnutt
Um rauszufinden, wann ich das Vergnügen hatte, den wunderbaren Singer/Songwriter Vic Chesnutt in Deutschland live zu erleben, machte ich heute eine gruselige Entdeckung. Egal, in wievielen Fällen das genauso passiert, mich hat es berührt. Denn sowohl auf der Website des Künstlers, der sich Weihnachten 2009 leider das Leben nahm, als auch auf seinem Blog ist noch alles so, als wenn er noch leben würde. Und vielleicht nur in Urlaub wäre. Gespenstisch.
Auf www.vicchesnutt.com datiert der letzte Eintrag auf den 22. September, sein Blog wurde zuletzt Mitte August mit einer News befüllt (http://vicchesnutt.blogspot.com). Ich will hier nicht einen auf sentimental machen, aber es ist schade um einen wunderbaren Musiker, der etwas sehr sehr eigenes machte – auf Platte wie live. Und nehmt bitte die Sites off, irgendjemand muss sich doch drüm kümmern, oder? m.
P.S.: Es war der 10. Oktober 1998, Muffathalle, München. Als Support von Calexico oder Lambchop, das bring ich nicht mehr zusammen, aber noch raus. Irgendwann.

