Nick Cave und Warren Ellis komponieren Originalmusik für Goethes „Faust“

Das kann was werden – die beiden Genies machen sich an die Vertonung von Goethes „Faust“. Was die Kasse4 an die kongeniale Zusammenarbeit von Torsten Fischer und Konstantin Wecker für den Bad-Hersfelder-„Faust“ von vor ein paar Jahren erinnert.

Wenn nicht nur Ludwigshafen so weit weg wäre …

Doch zurück zu dem Mann mit dem Porno-Schnäuzer und seinem Kompagnon: Am 10. Dezember 2010 gelangt die außergewöhnliche „Faust“-Bearbeitung bei den Festspielen Ludwigshafen zur deutschen Erstaufführung. In seiner neuesten Arbeit nimmt der isländische Regisseur und „Prince of Persia“-Star Gardarsson Goethes „Faust“ zum Ausgangspunkt einer bildmächtigen und körperbetonten Aufführung.

Im Zentrum der temporeichen und akrobatischen Inszenierung steht die Musik von Cave und Ellis, eine Mischung aus Glam-Rock und gefühlvollen Balladen. „Die Arbeit mit den beiden war wirklich anregend“, beschreibt Regisseur Gardarsson die Zusammenarbeit mit den beiden Musikern. „Es ist toll, mit Nick’s Musik zu arbeiten, weil man sie hier in einem völlig anderen Kontext sieht als bei Konzerten mit seiner Band. Es ist eine sehr teuflische Welt, in der Nick sich bewegt. Die Musik gibt der Geschichte eine ganz neue Ebene.“

Dies ist bereits die dritte Zusammenarbeit zwischen dem Regie-Team um Gisli Örn Gardarsson und Nick Cave und Warren Ellis nach einer gefeierten „Woyzeck“-Bearbeitung im Jahr 2006 und Kafkas „Verwandlung“ im selben Jahr. “

Das gesamte Programm der VI. Festspiele Ludwigshafen sowie weitere Informationen: www.theater-im-pfalzbau.de.

Nick Cave und Warren Ellis – White Lunar

VÖ: 18.09.2009
Label/Vertrieb:Mute/EMI

Himmel noch mal, was für ein Geschenk. Vergessen wir einfach mal, dass „White Lunar“ nur eine Best-Of ist, nämlich eine Best-Of-Filmmusik von Warren Ellis und Nick Cave. Ja, es ist besser, die Scores einzeln zu hören, am besten den Film parallel zu kucken (Wie anders wirkt doch beispielsweise Bob Dylans Musik zu „Pat Garrett jagt Billy The Kid“, wenn man den Film schaut …) undsoweiter, blablabla. Aber soviel Zeit hat das Personal an der Kasse4 nicht und nimmt die VÖ von „White Lunar“ dankend zur Kenntnis. So, jetzt zur CD: Die beiden Herren auf dem Cover, nunja, die möchte man eher weniger in der Nachbarschaft haben, Ellis sieht aus wie ein Penner, Nick Caves Porno-Schnäutzer irritiert immer noch. So, jetzt wirklich zur CD: Die Musik ist zauberhaft. Tiefdunkle. melancholische Stücke, meist nur mit dem Klavier vorgetragen, traurige Streicher ab und an, der Rest ist Traum und der Flug der Gedanken: Herrlich, Seelenbalsam und Futter für den Kopf gleichermaßen. Die erste CD ist dabei am hörbarsten, enthält die Orchester-Stücke und auch die Songs, bei denen Cave singt. Die zweite CD „is fractured, haunting and sometimes bad behaved“, wie der Rückseite zu entnehmen ist. Gute Beschreibung, hier lohnt es sich wohl eher, den Film dazu tatsächlich laufen zu lassen. Fazit: Ein Traum von einer CD. Dicker Tipp! m.

3x Nick Cave: From Her To Eternity – Kicking Against The Pricks – Your Funeral … My Trial (Remastered)

VÖ: 24.04.2009
Label/Vertrieb: Mute/EMI Music

Solche Ideen sollten Plattenfirmen öfters haben und die Künstler natürlich auch! Nick Cave hat sich also entschieden, alle 14 Studioalben von Nick Cave & The Bad Seeds zu remastern, in stereo und 5.1 abzumischen, Bonustracks und so beizufügen und ein wenig Material auf einer DVD. Fertig sind neue Pflichtkäufe für alle Fans des genialen Sänger und Musikers. Los geht es am 24. April mit „From Her To Eternity“, „Kicking Against The Pricks“ und „Your Funeral … My Trial“. Dicker Tipp! m.