Pink und Peter Fox für Live Entertainment Award nominiert

Das ist ein LEA!

Was dem einen sein Grammy, Echo oder BritAward, ist den anderen ihr Live Entertainment Award, kurz LEA genannt: Am 15. April wird der Branchenpreis der deutschen Veranstalter, Künstlermanager, Hallenbetreiber und so weiter wieder in der Color Line Arena in Hamburg verliehen. Jetzt gibt es die ersten Nominierten, Weiterlesen „Pink und Peter Fox für Live Entertainment Award nominiert“

Kristin Hersh: Real music is like a wild animal

Vor ein paar Wochen hat die Kasse4 ja harsche Worte gefunden für Kristin Hersh und ihr in meinen Augen eher seltsames Geschäftsmodell zur Finanzierung des geplanten Throwing-Muses-Album (hier lesen). Heute ist es an der Zeit, die amerikanische Singer/Songwriterin von höchsten Gnaden zu loben. Für Weiterlesen „Kristin Hersh: Real music is like a wild animal“

„Papa, ist das jetzt Pop Hip?“

Kürzlich, im Auto auf dem Weg zum Schwimmkurs… seit einigen Wochen traditionell der Ort harter Musikkritik und der Ort für gnadenloses Ringen um gute oder schlechte Musik. Im Radio läuft „Stan“ von Eminem und während mir die Frage durch den Kopf geht, wo um alles in der Welt eigentlich Dido steckt und dass das andererseits aber auch irgendwie egal ist, erkläre ich meinem Sohn, dass er gerade einen Song aus dem Bereich HipHop hört. Weiterlesen „„Papa, ist das jetzt Pop Hip?““

Sind wir mit Musik übersättigt?

Die Frage ist spannend und stellt sich nicht nur mir des öfteren: Was bewirken MP3-Player-Flut, Dauerberieselung durch Radio (die TV-Sender sind ja weggefallen mittlerweile) und die zunehmende Kommerzialisierung beziehungsweise Instrumentalisierung der Musik (durch Markenartikler etc.)? Werden wir musikmüde?

Edo Reents, einst bei „SZ“, später bei der „FAZ“ für Popmusik verantwortlich und mittlerweile in der Literaturedaktion letzterer beheimatet, hat am Wochenende in der „F.A.S.“ einen spannenden Leitkommentar veröffentlicht (Link siehe unten), Unter dem Titel „Besinnungslos musikalisch“ wird Reents deutlich: „Die Übersättigung mit Musik verursacht irgendwann, wenn die Nerven überreizt sind, Abstumpfung, Geringschätzung oder Widerwillen, gar Ekel. Am Ende bleibt nur ein Gefühl der Leere – Reaktionen, die ursprünglich der Popmusik von denen entgegengebracht wurden, die sie nicht mochten und lieber Klassik, Jazz oder Volksmusik hörten“. Oder, an anderer Stelle: „Musik ist gewöhnlich geworden“.

Was ist davon zu halten? Nun, ich selbst kenne diese Übersättigung an Musik nur in Zusammenhang mit schlechter Musik, wenn ich beispielsweise nach dem Durchhören von zehn Promo-CDs das Gefühl habe, dringend meine Nerven zu beruhigen und meine Ohren desinifizieren zu müssen. Oder wenn im Radio nur Müll läuft, und zwar auf 20 Stationen. Aber sonst? Ich vertrete eher den Standpunkt, dass Musik heute nicht mehr in dem Maße wie früher identitätsstiftend ist, sondern allgemein in der Wertschätzung der Leute an Boden verloren hat. Es ist einfach nicht mehr wichtig, wie die neue Platte von Grönemeyer oder Tocotronic klingt für die Leute da draußen. Für die Elfenbeinturmler meiner Zunft ja, aber da draußen? Was bedeutet es, wenn Universal mit Riesenstolz verkündet, dass Rosenstolz eine Million Alben verkauft hat? Nicht mehr als dass rund 79 Millionen andere Deutsche KEIN Album von Rosenstolz haben und dass unter 100 Leuten auf der Straße knapp zwei die CD haben. Doch dazu später noch mehr, ist hier nur sehr verkürzt dargestellt. Insofern: Einverstanden, Herr Reents.

Womit ich dagegen nicht klarkomme, ist die Argumentation, dass zum einen Hardware wie das iPhone durch seine pure Existenz als Abspielmöglichkeit für Musik der Entwertung der Musik Vorschub leistet. Dies ist meinen Augen so logisch als wenn ein Veröffentlichungsverbot für alle Nicht-Vinyl-Tonträger eine Ära der kritischen und genußvollen Auseinandersetzung mit Musik einläuten würde. Die Hardware wird von Menschen bedient, meine ich. Von Dummen, Schlauen, Genießern und Schweinen. Diese und wie sie die Hardware verändern, ist entscheidend – aber nicht die pure Existenz einer Abspielmöglichkeit wie dem iPhone.

Des weiteren macht der Kommentator Downloadstores als Initatoren einer Empfehlungsdiktatur aus: Die alte Musikindsutrie habe noch Distanz und Distinktion ermöglicht (in meinen Augen gibt es keine zehn Chefs von Plattenfirmen in Deutschland, die letzteres Fremdwort kennen und ersteres praktizieren). Die neue führe dagegen zur Gängelung, da jeder „Knopfdruck am Computer oder iPhone (da isses wieder, das böse iPhone! Anm. ms) Empfehlungen nach sich zieht, die an die Stelle der Musikkritik und des Gesprächs im Plattenladen treten“. Sorry, Herr Reents, aber das klingt mir zu sehr nach der Leier des früher-war-alles-besser. Böses Internet und so, macht die Leute dumm und einsam. Im Fazit aber ein klasse Kommentar, der zur richtigen Zeit kommt! m.

Zum Leitkommentar in der F.A.S. vom 24.01.10: „Besinnungslos musikalisch“

Playlist von heute:

Var. Artists – Final Song #1 (VÖ: 06.02.2009). Wer wissen will. welche Musik DJ Hell, Laurent Garnier oder David Holmes mal hören wollen, wenn sie unter der Erde und vor dem Sarg hoffentlich ein paar Leute stehen werden, braucht diese CD. Allen anderen verrate ich hiermit: So spannend ist das nicht, was die hören wollen. Nette morbide Idee, aber kein Must-Have.

Nat King Cole – Re: Generations (VÖ: 06.03.2009) Zu Ehren des Meisters nahmen sich tolle Leute wie Cee-Loo (Gnarls Barkley), Will.I.Am (Black Eyed Peas) und TV On The Radio seinen Songs an und remixten, bearbeiteten und interpretierten, was das Zeug hält. Sehr geile Idee, sehr hörenswert!

Smashing Pumpkins schenken den Fans ein Lebenszeichen

Die Smashing Pumpkins melden sich langsam wieder zurück an der Front: Derzeit ist auf der Bandwebsite eine Kostprobe vom kommenden Album umsonst hör- und downloadbar. „A Song For A Son“ heißt das Stück, das dazugehörende Album soll auf den viel versprechenden Namen „Teargarden By Kaleidyscope“ hören, eines Tages.

Entspannt hört er sich an, der Herr Corgan, der Song beginnt mit einem Klavierintro und die Zeichen stehen auf Ballade. Gleichzeitig mit Corgan setzt nach 50 Sekunden eine akustische Gitarre ein und schmeichlerisch klingt des Meisters Stimme sowieso. Wie immer – man hört ihr gerne zu und bewundert die Mischung aus Kontouren und Gefühl. Nach zwei Minute darf eine dezent angezerrte E-Gitarre sich um den Gesang schlängeln und teilweise sogar zweistimmig jubilieren. Danach kommen weitere Soli und im letzten Drittel lässt die Band den Song entspannt aber ein wenig langweilig ausklingen.

Das alles macht einen sehr sympathischen Eindruck, man kann sich kaum dagegen verschließen, zumal aus Corgans Feder in den letzten Jahren sicherlich schon schlechteres zu hören war. Ob ein brauchbares Album dabei herauskommen wird, wird man hören. Good luck, Billy, die Kasse4 ist gespannt!

Hier gibt’s den Song zum Download: http://smashingpumpkins.com.s3.amazonaws.com/player/mp3/A-Song-For-A-Son.mp3

Hüpfen, gröhlen, schön: Chase The Sun von Planet Funk

Was eine Dart-WM doch für Überraschungen bereithalten kann: Während dem diesjährigen Contest (seltsamerweise am Anfang des Jahres platziert) vergnügten sich die Zuschauer bei der Dart WM – fragt mich nicht nach Details, jedenfalls hat der mighty Phil Taylor ziemlich souverän gewonnen – in den Pausen mit dem Song „Chase The Sun“ von Planet Funk. Erstklassige Mitgröhlqualität!

Netzrecherchen zufolge ist „Chase The Sun“ eine uralte Nummer einer italienischen Dancecombo und bereits 2001 als Single erschienen. Wieder eine Chance vertan, mit der Kasse4 den nächsten Trend vorherzusagen, Mist aber auch. Denn „Chase The Sun“ stelle ich mir schon jetzt als omnipräsenten Mitgröhl-Nachfolger von „Seven Nation Army“ bei der kommenden Fußball-WM vor!

Da-Da-Daaa-Da-Da-Daaaa-Damm ist out, jetzt heißt es

Dü-Dü-Düü-Dü-Düü-Dü-Dü-Düüüü!

Nachhören unter: http://www.dailymotion.com/video/x1z58o_planet-funk-chase-the-sun_music

Mehr zur Dart WM (PDC und so): http://www.dartn.de/page.asp?id=FBC5E87F-732C-48FF-95F4-D18D2CAF8BBB

Mehr zur Band: http://www.myspace.com/planetfunkx

… und dann mithüpfen und sich bei der Kasse4 bedanken. Ein echter Insider by the way: Ich vermute mal, dass die Parlotones im Sommer diesen Jahres GROSS sein werden. SEHR groß! m.

Ein Kompliment für … die Sportfreunde Stiller

Ein wunderbares Album, ohne "wenn" und "aber"

„Ich wollte Dir einfach nur mal sagen, dass Du das Größte für mich bist“ – wer hat in den letzten Jahren oder insbesondere im Sommer, als das unplugged-Album der Sportfreunde Stiller erschien, nicht mitgesungen? Jetzt ist es an der Zeit, einmal einen ganz anderen Aspekt der Band zu loben: Exzeptionell ungewöhnliche und kreative Texte. Nicht das Berufsjugendlichentum, nicht das pseudobayerische Gehampere, nicht den schrägen Gesang und die mitunter anstrengende Attitude, sondern, jaha, die Texte.

Denn da macht den „Sportis“ (wie sie von Erstsemesterinnen, die gerade das Abenteuer ihres kleinen oder hoffentlich großen Lebens erleben, genannt werden) keiner was vor. Wer anderes behauptet, hat schlichtweg keine Ahnung von der deutschen Sprache. Dass dieses Kompliment mal drei Bayern zuteil wird, ist auf einer anderen Ebene ebenfalls nicht unlustig 🙂