Elvis wird 75, na und?

Einmal muss es gesagt werden: Wen sollte es kümmern, dass Elvis heute 75 Jahre alt geworden wäre? Mich definitiv nicht, ich werde eher an Geburtstagen von Zucchero (der noch laaange leben soll!) oder den Todestagen von Vic Chesnutt oder Esbjörn Svensson ein Glas erheben und gedenken. Elvis? Nunja, „Love Me Tender“ (in ganz schwachen Momenten), „Return To Sender“ (funktioniert immer) oder vielleicht auch „Suspicious Minds“ und „It’s Now Or Never“. Und was war es auch schon. Lasst ihn ruhen, nicht allem, was Trilliarden Platten verkauft hat, muss gedacht werden. m.

P.S.: Kennt ihr den wunderbaren Tatort „Elvis lebt!“ aus dem Jahre 2001? Mit Harald Krassnitzer und Roswitha Szyszkowitz als Ermittler? Ganz großer Spaß, die beiden ermitteln ja im Umfeld einer notorischen Wilderer-Familie, die furchtbar auf  Elvis abfährt. So stelle ich mir Die-Hard-Elvis Fans vor. Einschalten, wenn er mal wieder wiederholt wird!

Die heutige Playlist:

Wilco – Wilco (nett, gut, aber kein vom Hocker-Reisser)

Devin Townsend – Ki (gäääähn)

The Sons – Visiting Hours (schwer zu sagen, einerseits super-catchy, andererseits in der Vielzahl an Ideen und Zitaten hart an der Grenze zur Beliebigkeit)

Smashing Pumpkins schenken den Fans ein Lebenszeichen

Die Smashing Pumpkins melden sich langsam wieder zurück an der Front: Derzeit ist auf der Bandwebsite eine Kostprobe vom kommenden Album umsonst hör- und downloadbar. „A Song For A Son“ heißt das Stück, das dazugehörende Album soll auf den viel versprechenden Namen „Teargarden By Kaleidyscope“ hören, eines Tages.

Entspannt hört er sich an, der Herr Corgan, der Song beginnt mit einem Klavierintro und die Zeichen stehen auf Ballade. Gleichzeitig mit Corgan setzt nach 50 Sekunden eine akustische Gitarre ein und schmeichlerisch klingt des Meisters Stimme sowieso. Wie immer – man hört ihr gerne zu und bewundert die Mischung aus Kontouren und Gefühl. Nach zwei Minute darf eine dezent angezerrte E-Gitarre sich um den Gesang schlängeln und teilweise sogar zweistimmig jubilieren. Danach kommen weitere Soli und im letzten Drittel lässt die Band den Song entspannt aber ein wenig langweilig ausklingen.

Das alles macht einen sehr sympathischen Eindruck, man kann sich kaum dagegen verschließen, zumal aus Corgans Feder in den letzten Jahren sicherlich schon schlechteres zu hören war. Ob ein brauchbares Album dabei herauskommen wird, wird man hören. Good luck, Billy, die Kasse4 ist gespannt!

Hier gibt’s den Song zum Download: http://smashingpumpkins.com.s3.amazonaws.com/player/mp3/A-Song-For-A-Son.mp3

Kulturelle Grundversorgung tut Not

Kulturpass: rockt Frankfurt!

Im Reigen der Berichterstattung um den Jahreswechsel oder gar den Start ins neue Jahrzehnt, wie man es blümeranter formulieren könnte, wenn man nur wollen würde fiel mir ein kleiner Beitrag im Feuilleton der SZ ins Auge: Autor „alex“ fordert Kulturelle Grundversorgung. Klingt unspektakulär, also lest doch erstmal die paar Zeilen:

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er braucht auch Kunst, Kutlrur, Konzerte. Die sind nur leider meist sehr teuer. Allein in Frankfurt leben 90000 Menschen am Existenzminimum. Kino, Museen, Theater könnten die sich allesamt nicht leisten – gäbe es nicht mittlerweile den Kulturpass, der Hartz-IV- oder Sozialgeldempfängern, Asylbewerbern und Obdachlosen den Zutritt zu vielen kulturellen Einrichtungen für jeweils einen einzigen Euro ermöglicht. Die Frankfurter sind sehr daran interessiert: Rund 2000 Kulturpässe hat der Verein „Kultur für alle“ in seinem ersten Jahr ausgestellt. Soeben wurde die Initiative für das kommende Jahr zu einem der „365 Orte im Land der Ideen“ ernannt. 2010 ürfe es noch weit zugiger werden in Deutschland, höchste Zeit also, dass andere Städte dem Frankfurter Beispiel folgen.

… In der Tat ein Wunsch, über den ich mich freuen würde, ginge er in Erfüllung. Um hinter der Idee zu stehen, muss man noch nicht mal an Großkonzerte von Weltstars und deren Eintrittspreise denken, auch Otto-Normalnachwuchs-vorkurzemindenCharts-Band nimmt gelegentlich mal einen Eintritt, von dem man bei Aldi ordentlich was in den Wagen packen kann. Lasst uns dran arbeiten, pragmatisch und wenig ideologisch, denn um letzteres geht es (leider) schon lange nicht mehr.



Tatort – „Weil Sie böse sind“

Tatort - Weil sie böse sind
Großes Kino: Tatort - Weil sie böse sind

War das nicht großartige Unterhaltung am Sonntag abend? „Weil Sie böse sind“ dürfte als einer der besten Tatorte der Frankfurter Ermittler in die Geschichte eingehen, denn spannender und abwechslungsreicher geht es kaum, ich habe es geliebt! Kongenial wird hier mit dem Begriff „böse“ gespielt: Herr und Frau Kommissar beharken sich um eine Beförderung, die Geschwister Staupen sind irgendwie durchgeknallt und auf ganz anderen Trips unterwegs als der Rest (wie wunderbar: Adele Neuhauser als Freya Staupen und Peter Davor als Michael Staupen!) und so entspinnt sich ein lustiger, teils bitterböser und immer präzise beobachtender Krimi um einen Mörder, der keiner sein will und einen Mörder, der gern einer wär, es aber nur schafft, die Bälle in der Luft zu halten. Bis zum Finale … Props an den Regisseur Florian Schwarz! Endlich mal wieder ein Tatort, bei dem ich nicht eingeschlafen bin!

Hüpfen, gröhlen, schön: Chase The Sun von Planet Funk

Was eine Dart-WM doch für Überraschungen bereithalten kann: Während dem diesjährigen Contest (seltsamerweise am Anfang des Jahres platziert) vergnügten sich die Zuschauer bei der Dart WM – fragt mich nicht nach Details, jedenfalls hat der mighty Phil Taylor ziemlich souverän gewonnen – in den Pausen mit dem Song „Chase The Sun“ von Planet Funk. Erstklassige Mitgröhlqualität!

Netzrecherchen zufolge ist „Chase The Sun“ eine uralte Nummer einer italienischen Dancecombo und bereits 2001 als Single erschienen. Wieder eine Chance vertan, mit der Kasse4 den nächsten Trend vorherzusagen, Mist aber auch. Denn „Chase The Sun“ stelle ich mir schon jetzt als omnipräsenten Mitgröhl-Nachfolger von „Seven Nation Army“ bei der kommenden Fußball-WM vor!

Da-Da-Daaa-Da-Da-Daaaa-Damm ist out, jetzt heißt es

Dü-Dü-Düü-Dü-Düü-Dü-Dü-Düüüü!

Nachhören unter: http://www.dailymotion.com/video/x1z58o_planet-funk-chase-the-sun_music

Mehr zur Dart WM (PDC und so): http://www.dartn.de/page.asp?id=FBC5E87F-732C-48FF-95F4-D18D2CAF8BBB

Mehr zur Band: http://www.myspace.com/planetfunkx

… und dann mithüpfen und sich bei der Kasse4 bedanken. Ein echter Insider by the way: Ich vermute mal, dass die Parlotones im Sommer diesen Jahres GROSS sein werden. SEHR groß! m.

Ein Kompliment für … die Sportfreunde Stiller

Ein wunderbares Album, ohne "wenn" und "aber"

„Ich wollte Dir einfach nur mal sagen, dass Du das Größte für mich bist“ – wer hat in den letzten Jahren oder insbesondere im Sommer, als das unplugged-Album der Sportfreunde Stiller erschien, nicht mitgesungen? Jetzt ist es an der Zeit, einmal einen ganz anderen Aspekt der Band zu loben: Exzeptionell ungewöhnliche und kreative Texte. Nicht das Berufsjugendlichentum, nicht das pseudobayerische Gehampere, nicht den schrägen Gesang und die mitunter anstrengende Attitude, sondern, jaha, die Texte.

Denn da macht den „Sportis“ (wie sie von Erstsemesterinnen, die gerade das Abenteuer ihres kleinen oder hoffentlich großen Lebens erleben, genannt werden) keiner was vor. Wer anderes behauptet, hat schlichtweg keine Ahnung von der deutschen Sprache. Dass dieses Kompliment mal drei Bayern zuteil wird, ist auf einer anderen Ebene ebenfalls nicht unlustig 🙂

3sat an Silvester 2009: Naja …

Zu den wenigen echten Vorteilen, die ein Sender wie 3sat Konzertjunkies bieten kann, zählte bis vor wenigen Tagen auch „Pop Around The Clock“: 24 Stunden gehörte das Programm an Silvester in den letzten Jahren den Livemitschnitten. Was gab es da tolles schon zu sehen: Ukelele Orchestra of Great Britain, Alanis Morrissette nach dem Comeback, Josh Groban, wie er die Sterne vom Himmel holte, David Gilmour oder die überragende Nelly Furtado.

Und in diesem Jahr? Oasis (tolle Idee, die sind ja richtiggehend zum Synonym für einen tollen Liveauftritt geworden), Stevie Wonder (mit Material von der aktuellen Live-DVD), Status Quo (…), Michael Bublé (auch er ist zumindest seit dem Auftritt bei Wetten, dass …? vor kurzem eher ein Ausschalt-Impuls), Simon & Garfunkel, wieder Tina Turner (war auch 2008 auf 2009 bereits mit dabei), der notorische  Michael Jackson und weitere Belanglosigkeiten. Da blieb die Festplatte unfreiwillig arbeitslos. Schade. Schade. Schade. ms

New year’s day

Nein, es geht auch ohne U2, aber ohne Feuerwerk, nähere und fernere Freunde, Sekt, Bier und Hahaha auch wieder nicht. Der Soundtrack dazu war simpel: Aretha Franklin, Michael Jackson (?) und Wilco. Erstere hat 2009 überlebt, zweiterer nicht und die letztgenannten im November den Weißenhäuser Strand beim RollingStone Weekender ganz formidabel gerockt. Lasst uns aufeinander aufpassen in 2010 und oft gemeinsam rocken! m.